Die mit der Arbeitsgemeinschaft befreundete
Joseph Martin Kraus-
Gesellschaft veranstaltet am 15. September 2018 einen Kraus-Tag in Buchen (Odenwald). Unter anderem sind ein Vortrag und ein Konzert mit Werken von Kraus, F. X. Sterkel und J. F. H. von Dalberg geplant. Um Anmeldung wird bis zum 7. September gebeten. Mehr Informationen finden sich auf der Website der Kraus-Gesellschaft.
Archiv der Kategorie: Veranstaltungen
Kirchenmusik in Mainz
Am 28. Juni 2018 findet um 10 Uhr in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz ein Arbeitsgespräch zur Kirchenmusik in Mainz im 18. Jahrhundert statt. Studierende und andere Interessierte sind herzlich willkommen.
Volbach in Münster
Im Rahmen des Festivals Musica sacra führte das Sinfonieorchester Münster unter Leitung von GMD Golo Berg am 24. März im Paulusdom zu Münster Fritz Volbachs während seiner Zeit als Leiter der Mainzer Liedertafel komponiertes (und auch in Mainz 1895 veröffentlichtes) Sinfonisches Gedicht Ostern op. 16 auf. Volbach trat vor fast exakt 100 Jahren das Amt des Städtischen Musikdirektors in Münster an – Grund genug, sich dort seiner zu erinnern, und es wird 2019 weitergehen: Am 29. und 30. Januar sowie am 3. Februar wird Volbachs prachtvolle H-moll-Sinfonie
op. 33 erklingen. Schade nur, dass ein Jubiläum dieser Art – so weit zu sehen – in Mainz erst in etlichen Jahren zu begehen sein wird…
Bei dieser Gelegenheit: Allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern!
Axel Beer
10.2.: Gernsheim-Konzert in Darmstadt
Am Samstag, den 10. Februar, bietet sich die seltene Gelegenheit, Musik des 1839 in Worms geborenen Komponisten Friedrich Gernsheim zu hören: Christoph Schickedanz (Violine) und Ernst Breidenbach (Klavier) werden u.a. die beiden Violinsonaten op. 4 und op. 58 spielen.
Ort und Zeit: Wilhelm-Petersen-Saal der
Akademie für Tonkunst in Darmstadt, Ludwigshöhstr. 120,
16 Uhr – Eintritt frei (Spenden erbeten).
Exkursion zum Chorstift Kiedrich am 12. Nov. 2017
Wer an diesem regnerischen Sonntag früh genug den Weg aus dem Bett fand, hatte die Möglichkeit, in den Genuss des lateinischen Choralhochamtes in der Basilika St. Valentin in Kiedrich zu kommen. Die Tradition des germanischen Choraldialekts wird dort bereits seit 1333 gepflegt und findet heute mit den Kiedricher Chorbuben die letzten Ausübenden dieser besonderen Form des gregorianischen Chorals. Während es für die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte recht ungewohnt war, betete die Kiedricher Gemeinde auch einzelne Gebete wie das Vaterunser ganz selbstverständlich auf Latein. Nach der Messe fand die allsonntägliche Kirchenführung statt, die einen guten Einblick in die lange Tradition des Gotteshauses auch als Wallfahrtskirche erlaubte. Der während der Führung bereits in Grundzügen angesprochene germanische Choraldialekt wurde anschließend im warmen Probensaal von Chorregent Gabriel Heun ausführlich und kompetent erläutert. Dabei demonstrierte er exemplarisch dessen melodische Abweichungen anhand des in Hufnagelnotation notierten Graduale und leitete anschließend eine kleine gesangliche Erprobung an. Im Anschluss konnten im Chormuseum die originalen Codices bestaunt werden. Mit dem offensichtlich noch völlig unerschlossenen Bestand an diversen liturgischen Bänden tat sich zusätzlich eine unerwartete Quelle an neuen Fragestellungen auf und lässt auf eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit hoffen. Der gemütliche Teil des Tages fand schließlich im Weinhaus zum Scharfenstein bei einem schmackhaften Mittagessen und geselligem Beisammensein statt.
Lavinia Hantelmann und Johanna Thöne

Opernaufführung und Tagung zu Sterkel
Aus Anlass des 200. Todestags von
Johann Franz Xaver Sterkel wird dessen Oper Il Farnace als Koproduktion des Stadttheaters Aschaffenburg mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding aufgeführt werden. Die Premiere ist am Freitag, den 3. November 2017 um 19.30 Uhr im Aschaffenburger Stadttheater (weitere Informationen zur Aufführung finden Sie hier). Ermäßigte Karten sind für die Mitglieder über Prof. Dr. Pietschmann erhältlich.
Tags darauf, am 4. November, wird im Hörsaal der Abteilung Musikwissenschaft in Mainz eine kleine Tagung zu Leben und Schaffen des Komponisten stattfinden (ab 10 Uhr).
Das vorläufige Programm:
10.00 Begrüßung
10.15 Axel Beer: Sterkels Lebenswelt
10.50 Michael Kube: Zum Instrumentalwerk Sterkels
Pause
11.45 Gundela Bobeth: …einer unserer besten Liedercomponisten…: Franz Xaver Sterkel im zeitgenössischen Liedschaffen
12.20 Klaus Pietschmann: Per festeggiar l’avventurosa Nascita della Maestà Vostra – Sterkels Il Farnace (Neapel 1782)
Das Programm und alle wichtigen Daten finden Sie auch hier.
Orgelführung im Hohen Dom zu Mainz am 9. Mai 2017
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hatten die Gelegenheit eine exklusive Orgelführung im Hohen Dom zu Mainz zu erleben. Prof. Daniel Beckmann, seit 2010 Domorganist, gab zu Anfang einen Einblick in die Geschichte des Doms und seiner Organisten. Besonders detailliert beschrieb er die verschiedenen Standorte der Orgel über die Jahrhunderte hinweg und die mehrmalige Zerstörung durch Brände. Der heutige Zustand der Orgel mit ihren sieben Teilstandorten sei nicht optimal. Einige Teile sind restaurierungsbedürftig, beziehungsweise gar nicht bespielbar. So ist der Neubau der Orgel mittlerweile in Planung, bei dem die akustischen Gegebenheiten eine besonders wichtige Rolle spielen sollen. Der riesige Innenraum, dessen Bauweise ursprünglich nicht für Musik ausgerichtet war, erfordert dabei eine Beschallung von mehreren Standorten, was eine nicht geringe Herausforderung bedeutet. Die ersten Aufzeichnungen bezüglich einer Orgel stammen erst aus dem frühen 14. Jahrhundert, während der Dom bereits drei Jahrhunderte stand.
Die anschließend von Prof. Beckmann vorgetragenen drei Beispiele aus drei Jahrhunderten machten die Problematik deutlich: Ein Werk aus der Feder J. S. Bachs ist in all seiner Differenziertheit kaum darstellbar, was besonders dann anschaulich wurde, wenn man die sich ansonsten nicht bietende Gelegenheit nutzte, während des Spiels einen Rundgang durch den Raum zu machen und das Verschwimmen der musikalischen Strukturen wahrzunehmen – die romanische Bauweise und der (später eingefügte) Marmorboden bewirken eine Nachhallzeit von bis zu elf Sekunden, und dieses Phänomen wurde umso deutlicher, als das Bauwerk (einmal abgesehen von der übersichtlichen Anzahl der Besucher) ansonsten leer war.
Ganz anders die Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy und vor allem Louis Vierne: Trotz des derzeit noch suboptimalen Zustands der Orgel waren diese Stücke aufgrund ihrer flächigeren Klangstruktur und natürlich auch aufgrund des meisterlichen Spiels von Prof. Beckmann, der sein Instrument und die akustische Problematik wie kein anderer kennt, weitaus beeindruckender.
Mit besonderer Aufmerksamkeit und Heiterkeit nahm man die Anekdoten zu den im Wächterhäuschen angebrachten „Kardinalstrompeten“ auf. Es soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden, doch es war unter anderem von einer „Nacht- und Nebelaktion“ und der amerikanischen „First Lady“ die Rede. Die Besonderheit des im Jahr 2003 eingefügten Registers liegt dabei in der Bauweise und dem erhöhten Winddruck, der einen signifikanten brillanten Trompetenton erzeugt. Nicht umsonst muss der Organist eine kardinalsrote Taste betätigen, damit er das Register in sein Spiel einbeziehen kann.
Zuletzt konnte man noch in das „Cockpit“, den Hauptspieltisch des Organisten, Einblick erhalten. Die Orgel ist zwar nicht die größte in Europa, allerdings verfügt sie über sechs Manuale, womit sie alle anderen übertrifft. Prof. Beckmann hatte nun Gelegenheit, genauer auf einzelne Register einzugehen und speziellere Fragen zu beantworten. Es wurde deutlich, dass technisches Verständnis für einen Organisten ebenso wichtig ist wie spielerische Fähigkeiten. Auch wenn beim abschließenden Hörtest mit dem Spielen der größten und kleinsten Pfeife (also am Rande des menschlichen Hörvermögens) nicht alle Zuhörer bestehen konnten, so war die Führung mehr als gelungen. Wer mehr zur Geschichte der Orgel oder ihrer Organisten erfahren möchte, der sei auf die Webseite von Daniel Beckmann (www.danielbeckmann.de) verwiesen oder auf seinen Artikel „Aus alt mach neu“ in der Zeitschrift ORGAN_Journal für die Orgel (Heft 2, Mainz: Schott 2012).
Mitgliederversammlung 2016
Am 10. Dezember 2016 fand im Hörsaal der Abteilung Musikwissenschaft im Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft (IKM) der
Johannes Gutenberg-Universität unsere Mitgliederversammlung statt.
Wichtige Ergebnisse: Dr. Günter Wagner wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt; seinen Platz als 2. Vorsitzender nimmt nun Prof. Dr. Klaus Pietschmann ein, und als neue Schatzmeisterin fungiert Jun.-Prof. Dr. Stefanie Acquavella-Rauch; Dr. Rainer Mohrs ist nun Sprecher des Beirats. Im Beirat neu ist PD Dr. Peter Niedermüller.
Termin der nächsten Mitgliederversammlung:
Samstag, den 4. November 2017, an gewohnter Stelle. Zuvor wird anlässlich des 200. Todestags von Johann Franz Xaver Sterkel ein kleines Symposium stattfinden – genauere Informationen folgen.