Joseph Martin Kraus-Tag in Buchen

Joseph Martin Kraus (1756–1792)

Am 9. Juli 2022 veranstaltet die Internationale Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Buchen einen Tag über das Leben und Werk des Odenwälder Komponisten Joseph Martin Kraus.

Die Veranstaltungs-Reihe beginnt am Nachmittag um 15.00 Uhr im Sakralraum des Klösterle mit einem Vortrag des Präsidenten der JMK-Gesellschaft Prof. Gerhart Darmstadt über „Joseph Martin Kraus und seine Familie“.
Anschließend besteht die Möglichkeit an einer durch Prof. Darmstadt geführten Besichtigung der Kraus-Gedenkstätte im Trunzerhaus des Bezirksmuseums Buchen.
Den Abschluss des Tages bildet um 19.00 Uhr das Konzert „Und ewig ist der Bund!“ mit Liedern und Klaviermusik von Kraus im Bürgersaal des Alten Rathauses.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie auf der Webseite der Joseph Martin Kraus-Gesellschaft.

Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz ersteigert Cornelius-Autograph

PCA Mus. ms. 64

Bei der Frühjahrsauktion der traditionsreichen Berliner Autographenhandlung Stargardt hatte die Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz Bieterglück. Ihr gelang die Erwerbung eines wahren Fundes: Ein eigenhändiges Musikmanuskript des Mainzer Dichterkomponisten Peter Cornelius (1824–1874).

Es handelt sich um ein Melodram auf das Gedicht „Mein Wald“ von Friedrich Hebbel, das bislang nur anhand von Hinweisen, nicht aber inhaltlich bekannt war und als verschollen galt. Auf der Titelseite finden sich die Schriftzüge von Friedrich Hebbel („Mein Wald. Gedicht von Friedrich Hebbel“) und von Peter Cornelius („Composition von Peter Cornelius“). Die vollständige Komposition und der unterlegte Text sind von Cornelius’ Hand. 

Im Cornelius-Werkverzeichnis ist unter der Nummer CWV A 133 ein „Gedicht von Hebbel mit melodramatischer Begleitung“ verzeichnet. Um dieses Werk handelt es sich bei dem nun erworbenen Stück vermutlich, da kein weiteres Melodram auf einen Text von Hebbel nachgewiesen ist. Die Verzeichnung beruhte auf der Aussage in einem Brief von Cornelius, den er Ende Oktober 1859 aus Wien an seine Schwester Susanne schrieb. Es heißt dort, er habe „ein Gedicht v. Hebbel melodramatisch begleitet, es war ein Albumblatt für die Vermählung der Prinzeß Marie [zu Sayn-Wittgenstein mit Konstantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst], welche am 15ten [Oktober 1859] wirklich stattgefunden hat. Die Composition ist mir ganz gut gelungen, während der Arbeit aber hatte ich entmuthigte Stunden. Bei dieser Gelegenheit hatte ich auch einen kleinen Strauß mit Hebbel auszufechten, der eine reizbare, leichtverletzliche Natur ist.“

Die Erwerbung ist auch deshalb so bedeutsam, da Musikautographen von Peter Cornelius auf dem Antiquariatsmarkt äußerst selten sind. Das „Jahrbuch der Auktionspreise Online“, das Auktionsergebnisse seit 1990 verzeichnet, nennt v. a. Briefe und Gedichte, jedoch kein einziges Musikautograph von Peter Cornelius. Der letzte Ankauf einer Musikhandschrift durch die Stadtbibliothek ist über 30 Jahre her.

Die Stadtbibliothek besitzt mit dem Peter-Cornelius-Archiv seit 1950 die international größte und bedeutendste Sammlung von Eigenschriften des Mainzer Dichterkomponisten und pflegt und erweitert sie seitdem systematisch. Für diese Sondersammlung ist die Erwerbung eine große Bereicherung und als Neuentdeckung sowohl für die Forschung als auch für die Musikpraxis von besonderem Interesse. Im Rahmen der Erschließung des gesamten Peter-Cornelius-Archivs ist die Handschrift bereits als „PCA Mus. ms. 64“ in der Datenbank Kalliope erfasst.

Silja Geisler

MMM2 Update Mai22

Neue Artikel: Johann Ludwig Becht | Jean Brodt | Dillenberger (Familie) | Jakob Ludwig Güth | Paul Georgy | Heinrich Hofmann | Dominik Jatho | Fritz Keiser | Müller (Familie) | Karl Rohr | Olga Starcke | Adam Thehos | Wiltberger (Familie) | Johann Baptist Zerlett

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre! Ihr MMM2-Team

Vortragsabend Bad Ems

Am 8. Juni 2022 hält Prof. Dr. Axel Beer in Bad Ems einen Vortrag mit dem Thema: Keine Kuren ohne Musik. Ein Streifzug durch das 19. Jahrhundert

Die Bad Emser Kurmusik stand schon mehrmals im Blickpunkt der regionalen Kulturgeschichtsforschung. Vielfach richtete sich die besondere Aufmerksamkeit auf die „Stars“ der Musikszene des 19. Jahrhunderts.
Diesmal stehen allerdings vergessene Persönlichkeiten im Mittelpunkt, darunter die erstmals im MMM2 lexikalisch erfaßten Kurkapellmeister Roleder, Kliegl, Weigand, Hempel und Keiper .
Weitere Informationen zum Vortrag finden auf der Webseite des Vereins für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege e. V. Bad Ems.

MMM2 Update Apr22

Neue Artikel: J. D. Bauer | Fritz Bertram | Dauphin (Familie) | Dreuth (Familie) | Franz Theodor von Ghiel | Jeschke (Familie) | Kemper (Familie)  | Hans Kessler | Michael Körfer | Hermann Mannsfeldt | Konrad Matthäus | Renck (Familie) | Wilhelm Stammler

Mit Hans Kessler und J. D. Bauer haben wir zwei weitere Verlage im Lexikon. Bei Erstgenanntem finden Sie auch eine Datierungshilfe anhand der Verlagsnummern, so wie bereits bei zwölf anderen Artikeln. Insbesondere bei diesen nicht so häufig begegnenden Verlegern könnte das für den einen oder die andere nützlich sein.

MMM2 Update März22

Neue Artikel: Ruland Aysslinger | Ferdinand Bischof | Gerhard Heinrich Braumüller | Friedrich Brückmann | Hermann Gondlach | Grim (Familie) | Großkopf (Familie) | Manfred Heyl | Johann Friedrich Hoff | Heinrich Holtzemecher | Sara Jessel | Conrad Martin Kühn | Johannes Kuhn | Friedrich Petersen | Schwemer (Familie) | Antonie van der Voort | Hendrikus Josephus Veldkamp | Wilhelm Wollweber

Neben kleineren Ergänzungen und neuen Abbildungen sind im März auch drei Hörbeispiele von Birger Petersen dazu gekommen:
Karl Severin Meister | Justus Carl Weber | Carl Feye

Neues Buch zu Telemann – Der Komponist als Chronist

Der Komponist als Chronist – Telemanns Gelegenheitsmusiken als musikalisches Tagebuch, hrsg. von Thomas Betzwieser, Martina Falletta und Eric F. Fiedler, Beeskow: ortus 2021.

Der neue Band umfasst die Ergebnisse einer Tagung, die vom 5.−7. Oktober 2017 in Frankfurt am Main stattfand und sich Telemanns sogenannten Gelegenheitsmusiken widmete. Das an gesellschafts- und kulturgeschichtlichen Kontexten orientierte Symposium versuchte, diese Facette im Wirken von Telemann neu zu beleuchten. Telemanns anlassgebundene Kompositionen erscheinen aus heutiger Sicht wie Eintragungen in einem Tagebuch, sie dokumentieren Reaktionen auf zeitgeschichtliche Ereignisse wie Krieg und Frieden, Naturkatastrophen oder einen ‚Börsencrash‘, welche gleichermaßen das Leben Telemanns an seinen Wirkungsstätten, z. B. bei Hochzeiten, Predigereinführungen, Geburtstagen oder Beerdigungen, begleiten. Diese Werke eröffnen Einblicke in eine Welt lokaler wie ‚globaler‘ Ereignisse, die in der Zusammenschau vielfältige Wechselwirkungen zwischen Komponist und Gesellschaft transparent werden lassen. Die anlassgebundenen Kompositionen sind somit nicht allein von musikalischem Interesse, sondern sie stellen in ihrer Gesamtheit einen zeitgeschichtlichen Spiegel des Wirkungsumfeldes von Telemann dar.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Frankfurter Telemann-Gesellschaft und beim ortus Musikverlag.

MMM2 Update Feb22

Neue Artikel: Adam Brand | Brand (Familie)| Max Bruch | Faubel (Familie) | Franz Friederich | Julius Kniese | Carl Köckert | Küchler (Familie) | Heinrich Sauer| Anton Schmitt | Ludwig Steinert | Karl Stritzinger | Paul Teichfischer
Außerdem bekamen viele Artikel weitere Abbildungen und textliche Erweiterungen.

Iwan Knorr, Variationen über ein ukrainisches Volkslied op. 7, Leipzig: Breitkopf & Härtel [1891], Vorlage: US-CAe

Unsere Monatsrückschau hat sich diesmal etwas verspätet. Grund dafür war unser Bedürfnis einen nicht nur für die mittelrheinische Musikgeschichte wichtigen Artikel fertig zu stellen.
Über den langjährigen Direktor des Hoch’schen Konservatoriums in Frankfurt/M. Iwan Knorr gäbe es einiges zu berichten, was in einem kurzen Lexikonartikel normalerweise keinen Platz findet. Ebenso erwähnenswert wie die vielfältigen europäischen Lebensstationen (u. a. Minsk, Leipzig, Charkiw) sind selbstverständlich auch seine Kompositionen, deren Titel heute wieder besonders ins Auge fallen, seien es nun die Ukrainischen Liebeslieder op. 5, die er seiner Frau widmete; die Variationen über ein ukrainisches Volkslied op. 7, die ihm die Bekanntschaft mit Brahms und dessen Zigarren bescherten; oder die Variationen und Fuge über ein russisches Volkslied op. 8, die er im heutigen Charkiw komponierte und „deren schwermütiges eintöniges Thema Knorr von russischen Zimmerleuten gehört haben soll, die sich beim Singen der Melodie einander die Holzstücke zuwarfen.“

Knorr starb Anfang 1916 in Frankfurt/M. Wie sein jüngerer Kollege Moritz Bauer in einer Gedenkschrift berichtet, arbeitete der Komponist bis zuletzt an einem großen Werk für Chor und Orchester, konnte es aber nicht vollenden. Es sollte mit einem „Friedensidyll“ beginnen.

🇺🇦 🕊

MMM2 Update Jan22

Neue Artikel: Bärwolf (Familie) | Johann Christoph Bodinus | Bogler (Familie) | Johann Georg Bratsch | Friederike Ellmenreich | Wilhelm Gösch | Marie Lenheim | Wilhelm Joseph Lutz | Franz Mannstaedt | Gustav Zanger | Franz Joseph Ziegler

Wir freuen uns stets über Artikel von „außen“, insbesondere wenn sie so zahlreich sind wie im vergangenen Monat. Wenn Sie uns ebenfalls mit einem Artikel für das MMM2 unterstützen möchten, schreiben Sie gerne per Mail an kontakt@mugemir.de.

MMM2 Update Dez21

Das MMM2-Team wünscht seinen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr!

Gottfried Weber: Alexandrina. Neujahrsgeschenk für Freunde des Gesanges op. 43, Darmstadt: Alisky [1831]

Im Dezember kamen folgende neue Artikel dazu:
Sigrid Abel-Struth | Willy Bauermann | Sergiu Celibidache | Nikolaus Hasemann | Gottfried Leber | Peter Malsy | Peter Piel | Justus Carl Weber | Wilhelm Weimar

Bei Peter Piel finden Sie auch ein brandneues Hörbeispiel, eingespielt von Birger Petersen.