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Liedertafel-Quellen der Mainzer Stadtbibliothek auf www.dilibri.de

Das Archiv der Mainzer Liedertafel wird als Depositum in der Bibliothek der Abteilung Musikwissenschaft im Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft (IKM) der Johannes Gutenberg-Universität verwahrt. Die Mainzer Stadtbibliothek hat ihre Materialien zur Geschichte des Vereins „Mainzer Liedertafel und Damengesangverein“ größtenteils als Pflichtexemplare gesammelt, sie besitzt aber auch eine kleine Sammlung mit Autographen aus dem Umfeld der Liedertafel. Auf dem rheinland-pfälzischen Digitalisierungsportal dilibri hat sie jüngst eine thematische Sammlung mit überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammenden Quellen zur Geschichte des Vereins angelegt. Neben Vereins-Statuten, Jahresberichten und Konzertprogrammen finden sich hier beispielsweise auch Speisekarten zu Feierlichkeiten sowie historische Mitgliederverzeichnisse, die in der Regionalsammlung der Stadtbibliothek überliefert sind. Weitere Materialien werden in den nächsten Wochen und Monaten hinzukommen.

Brief von Felix Mendelssohn Bartholdy an Mainzer Liedertafel, 4. Jan. 1840 [Liedertafel Autogr. 43]

Als Mainzer Liedertafel im Oktober 1831 gegründet, war der Verein zunächst ein reiner Männerchor, der sich zur eigenen „musikalischen Unterhaltung“ traf. Doch bald erwuchs der Wunsch, sich in Konzerten auch öffentlich zu präsentieren. Um das Repertoire ausweiten zu können, sah man außerdem die Notwendigkeit der Mitwirkung von Frauen, und es wurde 1836 als Pendant der Damengesangverein gegründet, der mit der Liedertafel organisatorisch eine Einheit bildete. 1885 wurden die beiden Vereine auch formell zur „Mainzer Liedertafel und Damengesangverein“ zusammengeführt. 1969 musste der Verein wegen Insolvenz aufgelöst werden, aber bereits im Jahr darauf wurde als seine Nachfolgerin die bis heute bestehende Mainzer Singakademie gegründet.

Die Mainzer Liedertafel und der Damengesangverein waren bis zur Gründung des Städtischen Orchesters im Jahr 1876 Hauptveranstalter von Konzerten für die Stadt Mainz und Umgebung. Neben Chor- und Oratoriengesang kamen durch die Mitwirkung des Orchesters des Stadttheaters auch symphonische Werke zur Aufführung. Jakob Peth berichtete 1879 über die Saison 1834/35 in seiner Geschichte des Theaters und der Musik zu Mainz: „Den Glanzpunkt der Saison bildeten wieder die Konzerte der Liedertafel. Dieser Verein war in kurzer Zeit zu einer seltenen Blüte gelangt, was von dem Kunstsinn der Mainzer ein rühmliches Zeugnis ablegt.“ Und Fritz Volbach, 1891–1907 Dirigent des Vereins, schrieb über den Chor in seinen Lebenserinnerungen: „Der Mainzer und besonders die Mainzerin sind schnell zu heller Begeisterung entflammt, und wenn man das Feuer zu schüren wußte, war es leicht, Leistungen von hervorragender Schönheit zu erzielen. Es galt in Mainz als eine Ehre, dem Chor anzugehören und man drängte sich dazu.“

Link zur thematischen Sammlung auf dilibri:
https://www.dilibri.de/nav/classification/2108522

Silja Geisler

MMM2 Update Sept20

Neue Artikel: Grimm (Familie) | Hugo (Familie) | Andreas Lemes | Zahn (Familie)

Neben einigen Überarbeitungen in Artikeln sind auch wieder neue Hörbeispiele zu finden.

Außerdem stellte Prof. Dr. Axel Beer in seiner „Entdeckungsreise durch die regionale Musikgeschichte“ unser Online-Lexikon im Rahmen der hybriden IAML-Tagung (15–18. Sept. 2020) in Bonn vor.

Das Team des MMM2 bei der Aufnahme von Hörbeispielen (Symbolbild 2).

MMM2 Update Aug20

anon., Kur-Walzer, Frankfurt: Fischer [1830]; D-BABHkrämer

Im vergangenen Monat erging es uns nicht besser als nebenstehender Dame – dennoch entstanden folgende neue Artikel:

Friedrich von Flotow | Johann Georg Geis | Adolf Hempel | Josephine Klenze | Schlimbach (Familie) | August Schödler | Schöler (Familie) | Wilhelm Süss | Angelo Vio | Weigand (Familie)

Außerdem erwarten Sie neue Abbildungen und Hörbeispiele im Lexikon. Viel Vergnügen beim Lesen und Hören!

MMM2 Update Juli20

Das Team des MMM2 bei der Aufnahme von Hörbeispielen (Symbolbild).

Im Juli haben wir die Grenze von 600 Artikeln überschritten, dazu kamen auch viele neue Abbildungen in älteren Artikeln.

Neue Artikel: Moritz Bölling | Fidula (Musikverlag) | Carl Glock & Sohn (Musikverlag) | Otto Hohlfeld | Anton Kliegl | Hermann Kundigraber | August Prior | Emil Sulzbach | Georg Thies | Johannes Wendel | Max Wolff

Außerdem sind diesen Monat einige Hörbeispiele dazu gekommen. Auf der Startseite des Lexikons finden Sie eine Übersicht. Weitere Hörbeispiele sind geplant.

Schott 240 – wir gratulieren!

Nein, kein Tippfehler, liebe Leserin und lieber Leser. 240 ist richtig und nicht 250, auch wenn der Verlag selbst und die Medien uns ebenso unablässig wie unreflektiert weismachen wollen, dass das renommierte Haus 1770, im Geburtsjahr Beethovens also, gegründet worden sei. Gut – Bernhard Schott liebäugelte um dieses Jahr herum damit, sich als Notenstecher und/oder Musikalienhändler eine profitversprechende Basis für seinen künftigen Lebensunterhalt schaffen zu können, aber über die gesamten 1770er Jahre hinweg erschien nicht ein einziger Musikdruck, der auf ihn zurückginge, mit seinem Impressum versehen wäre und somit eine verlegerische Aktivität belegen würde. Das gelegentlich vorgebrachte Argument, dass derlei Zeugnisse die Zeiten durch unglückliche Zufälle nicht überdauert hätten, ist leicht zu widerlegen: Die Presse jener Jahre ist voll von Anzeigen neuer Musikalien, die sich alle zuordnen und identifizieren lassen – es findet sich jedoch nicht der leiseste Hinweis auf eine professionelle Musikalienproduktion in Mainz. Erst 1780, nach der Erteilung eines kurfürstlichen Privilegs für Schott, ging es los; dass der Verlag bis heute besteht, ist erstaunlich – kein Grund also, noch ein Jahrzehnt hinzuzuflunkern.

Dieser Tage berichtete Claus Kleber im heute journal (Sendung vom 30.06.20 ab Min. 28 oder Ausschnitt) einmal mehr über die Folgen der Corona-Epidemie und kam nach weit ausholender Einleitung auf das Musikverlagswesen zu sprechen, als dessen Repräsentanten er (oder die Redaktion) – durchaus verständlich – die ein paar Autominuten entfernt ansässige Firma Schott ausgewählt hatte. Natürlich blieb das beeindruckende Jubiläum (»ein Vierteljahrtausend«) nicht unerwähnt, ebenso der Verlagsautor Beethoven und die Tatsache, dass von Mainz aus »Notenblätter und Partituren« (ob dem Moderator klar war, was das, was er da mit Kennermiene vom Teleprompter ablas, eigentlich konkret bedeuten soll?) der großen Meister der Musik in die ganze Welt gehen. Manche werden gestaunt haben – im Blick auf Beethoven staunt man ja immer irgendwie und bei einem Vierteljahrtausend sowieso. Bei manchen wird aber auch der Eindruck zurückgeblieben sein – 240 oder 250 hin oder her –, dass andere Verlage, die Werke der Meister im Programm haben, gar nicht existieren. Kein Wort über Breitkopf & Härtel in Wiesbaden (die letztes Jahr ein allerdings gleichfalls etwas fragwürdiges Jubiläum begingen), kein Wort über Bärenreiter in Kassel (2023 gilt es, das Zehnteljahrtausend zu feiern, und da wird es keinen Widerspruch geben) und ebenso kein Wort über Henle in München, die in der Fachwelt ebenso bekannt sind – und die gegenwärtig in gleicher Weise mit dem Rücken zur Wand stehen wie das Mainzer Haus, dessen Chef, Dr. Peter Hanser-Strecker, dies in eindringlichen Worten (nachdem er zuvor dekorativ in seinem Lieblingsexemplar der Erstausgabe von Beethovens Neunter geblättert hatte – klar, das wurde vom ZDF-Team so inszeniert) verdeutlichte.

Vielleicht hätte man auf dem Weg zum Weihergarten, wo das schöne und repräsentative Verlagsanwesen seit vielen Jahren steht, einen Abstecher zur universitären Mainzer Musikwissenschaft machen sollen – liegt auf der Strecke. Da wäre sicherlich klar geworden, dass eine gewisse Ausgewogenheit in der Berichterstattung auch dem Sender auf dem Lerchenberg und gerade angesichts eines solchen nicht alltäglichen Themas gut zu Gesicht steht; möglicherweise hätte Herr Kleber dann einen Text vom Teleprompter ablesen können, bei dem die routinerte Kennermiene nicht fachlichen Unsinn übertünchen muss, und vielleicht hätte man auch eine passendere Musik für die Untermalung gefunden – ja, es war Beethoven, aber ein Werk, an dessen Publikation Schott keinen Anteil hatte.

Wie dem auch sei – wir wünschen dem Haus Schott alles Beste zum 240. Geburtstag und ihm sowie allen anderen Musikverlagen mit ihren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine glückliche Hand in dieser unglückseligen Zeit.

Axel Beer

MMM2 Update Juni20

Neben 20 neuen Artikeln brachte der vergangene Monat auch das erste Hörbeispiel, zu finden im Artikel zur Famile von Ysenburg-Büdingen. Weitere Hörbeispiele sind in Arbeit und sollen dazu beitragen, Ihre Neugier auf unbekanntes Repertoire zu wecken.

Neue Artikel: Karl Baumgartl | Carl Berghof | Friederike Birnbaum | Carl Drobegg | Olga Emmerling | Friedrich Knecht | Philipp Lewalter | Franz Litterscheid | Mahr (Familie) | Carl Ripfel | Hans Ferdinand Schaub | Simon Schaub | Johann Schlaad | Johann Heinrich Wilhelm Schröder | Ferdinand Sprenkel | Eduard Thomas (-Schwartz) | Adolf Wald | Wolf (Familie) | Wolff (Familie) | Ysenburg-Büdingen (Familie)

Wie Sie sicher bemerkt haben, ist der Name Wolf bzw. Wolff mehrfach vetreten. Die neuen Artikel dürften wesentlich dazu beitragen, etwaigen Verwechslungen verschiedener Familien und ihrer Mitglieder in Zukunft vorzubeugen.

MMM2 Update Mai20

Im vergangenen Monat kamen 19 neue Artikel hinzu. Darunter der zur Familie Gollmick. Carl Gollmick ist für das MMM2 besonders wichtig, da seine Auto-Biographie und sein Handlexicon der Tonkunst persönliche Einblicke ins mittelrheinische Musikleben geben und somit wertvolle Information für einige unserer Artikel lieferten und liefern.

Neue Artikel: Heinrich Bieger | Bieler (Familie) | von Buri (Familie) | Franz Deuerling | Johannes Fölsing | Johann Ludwig Gehra | Gollmick (Familie) | Habermehl (Familie) | Wilhelm Hilge | Max Kastl | Albert Klautzsch | Joseph Niedhammer | Ludwig Pabst | Post (Familie) | Carl Riefstahl | Ludwig Albrecht Schmitz | Oskar Seeger | Anton Weisser | Heinrich Würz

200. Geburtstag von Béla Kéler

Grabstein Kélers auf dem Wiesbadener Nordfriedhof

Jubilare gibt es bekanntlich viele dieses Jahr. Und auch wenn Sie womöglich vergessen haben sollten, den 13. Februar 2020 zu feiern, so wird der 200. Geburtstag vom Wiesbadener Kurkapellmeister Béla Kéler am 31. Mai 2020 gebührend gefeiert. Unter dem Motto „Sommer in Wiesbaden“ wird es Stücke vom Jublilar und von Johann, Josef und Eduard Strauss geben.

Wenn Sie mehr zu Béla Kéler wissen möchten, finden Sie natürlich auch einen Artikel in unserem Onlinelexikon Musik und Musiker am Mittelrhein | 2.

Weitere Information zum Konzert finden Sie auf der Seite des Staatstheaters Wiesbaden.

MMM2 Update Apr20

Eine Handvoll Artikel kamen im April dazu, damit sind es nun 552. Auch konnten wir wieder ältere Artikel ergänzen und verbessern.

Neue Artikel: Martin Holler | Louis Schindelmeisser | Gustav Schmidt | Johann(es) Würth | Wüstenberg

Außerdem durften wir im April einen neuen Mitarbeiter für die Lexikonpflege begrüßen. Simon Rech wird das MMM2-Team von nun an tatkräftig unterstützen. So sind inzwischen alle Links in den RISM-Opac wieder funktionstüchtig.